Wenn der "Master himself" Mozart und E. Schikaneder rufen, folge ich diesen beiden immer mehr als gerne!
Dieses mal "traf ich mich" mit meinen zwei "Busenfreunden" im Gewandhaus zu Leipzig.
Selbiges hatte, gemeinsam mit dem Regisseur Christian von Götz, mit Namen wie: Gunther Emmerlich (als Sarastro) und Deborah Sasson (als Pamina) geworben. Während Emmerlich als sehr solider, aber mit fast fünfundsechzig offensichtlich doch seinen Zenit der Opernkarriere überschrittener, Handwerker rüber kam, glänzte die Sopranistin Sasson, eher mit dem Attribut Fehlbesetzung.
Die in der Hamburger Inszenierung der "West Side Storry" bekannt gewordene Sängerin hat ohne Zweifel ihre starken Seiten, doch ... nicht im Operngesang!
Multitalent hin, Multitalent her! Man [Frau auch ;-)] kann Alles machen, in vielem auffallen und doch dem, der sich auf Eines spezialisiert hat, nicht das Wasser reichen.
Meine Meinung mag zwar auf Widerspruch stossen, doch ich halte es da ganz mit dem Tamino-Zitat: "Ein Weiser prüft und achtet nicht, was der gemeine Pöbel spricht."!
Die ersten Eindrücke des Hauses, das Flair der Aufführung und die Arrangements versetzten mich mit ihren "Charme", in das Ambiente einer Basketball- oder Volleyballhalle.
... die Musiker auf ein Drittel der Bühne gedrängt, bis hinaus in eine Art Notausgang;
... die Künstler beengt und im Auftrit diesbezüglich nur unterstützt, durch die trickreiche und dem Auge wohlgefälligen Kullisse von Mart Hubka (Dekoration und Kostüme);
... akustisch stellte sich das Kunsterlebnis im 2. Rang, immerhin für € 42,90 (!), als ein mittelschweres Fiasko.
Trotz Headsets der Aktiven, trotz imenser Lautsprecherboxen am Himmel des Gewandhauses & einer visuell völlig deplatzierten und überdimensioniert-wirkender Mischpultanlage inmitten der Zuschauer, kam ich mir vor, wie ein Zuschauer 2. Klasse.
Die Töne und deren Volumen schwebten einfach unter mir durch und ich hatte phasenweise den Eindruck eines akustischen Voyeurs. Ja, wirklich!
Es kam mir so vor, als ob die Töne nicht für mich bestimmt waren, sondern für "die da unten"!
MEINE Überzeugung hierzu: im Theatro di Roma/Verona/ Italien, habe ich ganz hinten/ ganz oben, bei einer Carmen-Aufführung mehr und besser gehört, als bei dieser. Und bei dieser Aufführung, gab es nicht eine elektronische Unerstützung (sprich keinerlei Mikrophon[e]!)!
Erfrischend, und stark erhofft, war dann aber der Papageno, alias Christian Tschelebiew. Ausgestattet mit einer guten Bassbaritonstimme und gekonnter Gestik wie Mimik, gelang es ihm das freche Wesen eines Papagenos darzustellen. Lediglich sein Spiel auf der bezaubernden Panflöte liess etwas zu wünschen übrig.
Qualitativ auf dem Fusse folgte Tschelebiew die Königin der Nacht, gesungen von Aleksandra Buczek. Auch sie ragte angenehmer Weise aus dem Gesangsensemble heraus und wäre es wert gewesen, im Programmheft grossgedruckt zu werden. Wünschenswert für diese Aufführung wäre noch eine stärkere stimmliche Besetzung der "Drei Knaben" gewesen. Immerhin ist ihr Part in dieser Oper doch ein recht reizend- und prägender.
Schlussendlich sei gesagt, das Team im Gewandhaus war rundherum bemüht, den Aufenthalt so gelungen wie möglich zu machen. Dass der Anteil ausländischen Künstler so enorm hoch war, lässt immerhin die Fragen offen: Haben wir in Deutschland keine eigenen Sänger? Oder trifft die deutsche Kunst das selbe Los, wie die heimische Spargel-/ Erdbeerernte?
Die Aufführung im Leipzig ist sicherlich empfehlenswert und auch nicht die Schlechteste! Ich kann sie durchaus und mit gutem Gewissen jeden weiterempfehlen.
MEIN PERSÖNLICHES PRÄDIKAT: 3-2
Also ich freue mich schon auf ein erneutes Wiedersehen mit meinen zwei "Busenfreunden"!
Bis dahin und eventuell sieht man sich ja mal!
SFP





