Mittwoch, 30. April 2008

CultRez – Rezensionen aus meiner Sicht . . . DIE ZAUBERFLÖTE (Mozart)

- E. Schikaneder der erste Papageno überhaupt -


Wenn der "Master himself" Mozart und E. Schikaneder rufen, folge ich diesen beiden immer mehr als gerne!


Dieses mal "traf ich mich" mit meinen zwei "Busenfreunden" im Gewandhaus zu Leipzig.
Selbiges hatte, gemeinsam mit dem Regisseur Christian von Götz, mit Namen wie: Gunther Emmerlich (als Sarastro) und Deborah Sasson (als Pamina) geworben.

Während Emmerlich als sehr solider, aber mit fast fünfundsechzig offensichtlich doch seinen Zenit der Opernkarriere überschrittener, Handwerker rüber kam, glänzte die Sopranistin Sasson, eher mit dem Attribut Fehlbesetzung.
Die in der Hamburger Inszenierung der "West Side Storry" bekannt gewordene Sängerin hat ohne Zweifel ihre starken Seiten, doch ... nicht im Operngesang!

Multitalent hin, Multitalent her! Man [Frau auch ;-)] kann Alles machen, in vielem auffallen und doch dem, der sich auf Eines spezialisiert hat, nicht das Wasser reichen.
Meine Meinung mag zwar auf Widerspruch stossen, doch ich halte es da ganz mit dem Tamino-Zitat: "Ein Weiser prüft und achtet nicht, was der gemeine Pöbel spricht."!

Die ersten Eindrücke des Hauses, das Flair der Aufführung und die Arrangements versetzten mich mit ihren "Charme", in das Ambiente einer Basketball- oder Volleyballhalle.
... die Musiker auf ein Drittel der Bühne gedrängt, bis hinaus in eine Art Notausgang;
... die Künstler beengt und im Auftrit diesbezüglich nur unterstützt, durch die trickreiche und dem Auge wohlgefälligen Kullisse von Mart Hubka (Dekoration und Kostüme);
... akustisch stellte sich das Kunsterlebnis im 2. Rang, immerhin für € 42,90 (!), als ein mittelschweres Fiasko.
Trotz Headsets der Aktiven, trotz imenser Lautsprecherboxen am Himmel des Gewandhauses & einer visuell völlig deplatzierten und überdimensioniert-wirkender Mischpultanlage inmitten der Zuschauer, kam ich mir vor, wie ein Zuschauer 2. Klasse.

Die Töne und deren Volumen schwebten einfach unter mir durch und ich hatte phasenweise den Eindruck eines akustischen Voyeurs. Ja, wirklich!
Es kam mir so vor, als ob die Töne nicht für mich bestimmt waren, sondern für "die da unten"!
MEINE Überzeugung hierzu: im Theatro di Roma/Verona/ Italien, habe ich ganz hinten/ ganz oben, bei einer Carmen-Aufführung mehr und besser gehört, als bei dieser. Und bei dieser Aufführung, gab es nicht eine elektronische Unerstützung (sprich keinerlei Mikrophon[e]!)!

Erfrischend, und stark erhofft, war dann aber der Papageno, alias Christian Tschelebiew. Ausgestattet mit einer guten Bassbaritonstimme und gekonnter Gestik wie Mimik, gelang es ihm das freche Wesen eines Papagenos darzustellen. Lediglich sein Spiel auf der bezaubernden Panflöte liess etwas zu wünschen übrig.

Qualitativ auf dem Fusse folgte Tschelebiew die Königin der Nacht, gesungen von Aleksandra Buczek. Auch sie ragte angenehmer Weise aus dem Gesangsensemble heraus und wäre es wert gewesen, im Programmheft grossgedruckt zu werden. Wünschenswert für diese Aufführung wäre noch eine stärkere stimmliche Besetzung der "Drei Knaben" gewesen. Immerhin ist ihr Part in dieser Oper doch ein recht reizend- und prägender.

Schlussendlich sei gesagt, das Team im Gewandhaus war rundherum bemüht, den Aufenthalt so gelungen wie möglich zu machen. Dass der Anteil ausländischen Künstler so enorm hoch war, lässt immerhin die Fragen offen: Haben wir in Deutschland keine eigenen Sänger? Oder trifft die deutsche Kunst das selbe Los, wie die heimische Spargel-/ Erdbeerernte?

Die Aufführung im Leipzig ist sicherlich empfehlenswert und auch nicht die Schlechteste! Ich kann sie durchaus und mit gutem Gewissen jeden weiterempfehlen.

MEIN PERSÖNLICHES PRÄDIKAT: 3-2

Also ich freue mich schon auf ein erneutes Wiedersehen mit meinen zwei "Busenfreunden"!

Bis dahin und eventuell sieht man sich ja mal!

SFP

2. Lehrergrad im Wing Tsun Kung-Fu

Am 26. April 2008 wurde Sifu Michael Schaft durch Dai-Sifu Frank Paetzold zum zweiten Lehrergrad im Wing Tsun ernannt.

Als einer der langjährigsten und erfahrensten Schulleiter des Verbandes, welcher (ebenso wie sein Sifu) auf eine jahrzehntelange Kampfkunsterfahrung zurückblicken kann, ist diese Ernennung "einfach" nur logisch.
Beim unauffälligen beobachten des Ulmganges miteinander der beiden Sifu´ s, spürt man sofort mehr als nur ein Lehrer Schülerverhältnis ... es ist gegenseitiger Respekt und eine Freundschaft, die offensichtlich nichts erschüttern kann.
Wenn DIE BEIDEN anfangen über gemeinsame Erlebnisse zu erzählen, zum Beispiel an einem Abend in einem Sommer-Camp, dann fühlt man sich wie ein Weltreisender.
China, Kanada, Hongkong, Amerika, Estland, Thailand, Italien, Lettland und so weiter, die Welt kommt einem viel kleiner vor ... ;-)!
Bezeichnend für den neuen 2. Lehrergrad der WTCF (es gibt nur 3 Lehrergrade!)ist jedoch, seine Art und Weise der Arbeit mit Schülern, sein Witz und Humor und seine rigorose Konsequenz in der Darbietung des Wing Tsun Systems.
Unser Glückwunsch gilt Sifu Michael und alles Gute, für die Zukunft!
WTCF-Team!

Freitag, 18. April 2008

IV. Offene Wu-Shu Meisterschaft 2008 in Tallinn

Bereits zum vierten mal, veranstaltete Tallinn eine offene Meisterschaft im klassischen Wu Shu (武术).

Zum Leistungsvergleich angetreten waren Kämpferinnen und Kämpfer aus Lettland, Finnland, Russland und natürlich aus dem Gastgeberland Estland.

Die Konkurenz war hart und eine Stufe auf dem Siegerpodest deshalb sehr hoch! Von der WTCF-Estland nahmen zwei Teilnehmer die Möglichekeit des Wettstreites wahr. Sifu D. Stashevich im traditionellen Stil Badzi Chuan und Stas Vtorov im Sanda, was dem Koong-Sao nahe kommt.
Stas konnte in seiner Gewichtsklasse und mittels seiner sehr guten, kämpferischen Eigenschaften, in souveräner Art und Weise überzeugen.

Bereits seit Wochen wurde er von seinem Sifu auf dieses Event vorbeitet und stellte sich erst unlängst erfolgreich der Prüfung zum 4. Schülergrad WTCF, bei seinem Si-Gung.
Derartig vorbereitet und gewappnet konnte er nur noch gewinnen ;-)

In der klassischen Formdarbietung stellte sich Sifu Stashevich dem Kampfgericht im Stil Badzi Chuan.

Obwohl seit Jahren nicht mehr intensiv trainiert (Sifu Dmitry konzentrierte sich in den letzten 8 Jahren vornehmlich auf sein Wing Tsun Studium), konnte er doch überzeugen und sich gegenüber den anderen des Teilnehmerfeldes durchsetzen. Der erste Platz kam für ihn überraschend, ist doch das Leistungsspektrum, vorrangig aus Russland, qualitativ enorm hoch.

Alles in allem war es eine sehr gelungene Veranstaltung und wir danken den beiden und dem Demoteam, für die erfolgreiche Repräsentation der Wing Tsun Combat Federation!

Xi, xi, Si-Fu/ Si-Gung

Mittwoch, 16. April 2008

Terre Eesti


Es war wieder einmal so weit! Ein neues Wiedersehen mit meinen estnischen und russischen Todais stand an.
Das letzte Mal sahen wir uns im ungarischen Siofok, zum Sommer-Camp 2007.

Es war unverkennbar, dass einige der Teilnehmer noch getragen waren, von den Erlebnissen dieses letzten Treffens.

Hoch motiviert und willens neue Erfahrungen zu sammeln, nicht zuletzt einen weiteren Schritt in der Qualifizierung zu gehen, gereichten die Schüler von Sifu Dmitry ihrem Sifu alle Ehre. Selbiger hatte bereits am Vorabend seinen eigenes, straffes Ausbildungsprogramm begonnen und stellte sich kurz nach meiner Ankunft bis spät in die Nacht hinein, seiner Weiterbildung und Prüfung.

Prüfungsschwerpunkte in den Schulen waren nach gewohnt kurzer und intensiver Erwärmung, die technische Umsetzung der Formen Siu Nim Tau und Chum Kiu.
Für mich standen hierbei didaktische Problematiken und deren Verknüpfungen mit denen der Applikationen im Vordergrund.

Kurzfristig musste ich meinem "Pragmatiker des Ostens" mit der "Didaktik des Westens" "weiterhelfen", da immernoch eine mehr als verstaubte Legende des "Deutschen" und seiner Ordnungsliebe verdrängt werden musste.
Ob es nun am Erbe von Rousseau & Konfuzius lag, oder an der Umsetzung eines begeisterten Anhängers der beiden, nämlich ich, oder am Wissensdurst meiner estnischen Todais, die Fortschritte der Schülerinnen und Schüler war deutlich erkennbar!

Neben der Ausbilder- & Lehrerweiterbildung und der Qualifizierungs- & Prüfungslehrgängen stand auch eine spezielle Vorbereitung für Sifu Dmitry Stashevich an.
Als Mitglied und Verantwortlicher des Olympischen Komitee´ s Estland (Eesti Olümpiakomitee - EOK), bereitete er sich auf zwei wichtige Tournamen vor. Zum einen auf ein international hoch dotiertes Wu-Shu Festival in Tallinn und zum anderen auf einen Tui-Shu/ Lai-Tai Wettkampf in Moskau.
Vor allem letzteres stand im Mittelpunkt unserer praktischen Arbeit, da sich Dmitry hier mittels des WTCF Chi-Sao, auf die entsprechenden Disziplin(en) vorbereitete. Immerhin ist das Iliqchuan/ I Liq Ch ´uan (意力拳 - "Boxen der Geisteskraft") des Gastgebers, ein renommierter Stil Chinas.

Mit vielen neuen Eindrücken und selbstgestellten Aufgaben für die nahe Zukunft verabschiedete ich mich von meinen Todais.



Der nächste Treff? ... in Mallorca, zum Sommercamp der WTCF!!!!!!!




Euer Si-Fu/ Si-Gung